Wo die virtuellen Festplatten liegen
Anders als bei einer geschlossenen Plattform gibt es hier keinen festen Ort. Üblich sind drei Varianten, und welche vorliegt, entscheidet über das Vorgehen:
| Ablage | Was dort liegt | Bedeutung für die Wiederherstellung |
|---|---|---|
| Abbilddatei im Dateisystem | qcow2 oder rohe Datei, meist im Verzeichnis der Virtualisierung | Die Datei lässt sich im günstigen Fall einzeln sichern. |
| Logisches Volume | ein Volume je virtueller Festplatte, ohne Datei | Die Zuordnung steckt in den Metadaten des Volume Managers. |
| Netzwerkspeicher | Abbilddateien auf NFS oder einem Cluster-Dateisystem | Erst muss der Speicher wieder erreichbar sein, dann die Datei. |
Bei qcow2 kommt eine Besonderheit hinzu: Ein Abbild kann auf ein darunterliegendes Abbild verweisen, die sogenannte Backing-Kette. Der aktuelle Zustand ergibt sich erst aus allen Gliedern. Fehlt eines, startet die Maschine nicht mehr.
Eine Fehlermeldung, die man kennen sollte
Beim Starten oder Definieren einer Maschine meldet libvirt gelegentlich sinngemäß, dass das Format des darunterliegenden Abbilds in den Metadaten nicht angegeben war. Diese Meldung erscheint in der Ausgabe von virsh und im Protokoll der jeweiligen Maschine. Dahinter steckt eine Kette ohne ausdrückliche Formatangabe. Das ist kein Datenverlust, sondern zunächst eine Sicherheitsvorkehrung.
Gefährlich wird es, wenn an dieser Stelle mit Reparaturbefehlen gearbeitet wird. Prüfwerkzeuge für Abbilddateien können mit ihrer automatischen Korrektur die falsche Entscheidung treffen und eine bereits eingetretene Beschädigung verdecken. Auf dem Original sollte deshalb nichts davon laufen.
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oVirt und Red Hat Virtualization
Ein Sonderfall mit wachsender Bedeutung: Red Hat Virtualization erhält seit Ende August 2024 keine Software-Korrekturen mehr, und Ende August 2026 ist auch die verlängerte Phase ausgelaufen. Viele dieser Umgebungen laufen weiter, ohne dass es noch einen Hersteller gibt, den man im Ernstfall anrufen könnte.
Technisch ist das für uns kein Nachteil: Darunter liegen dieselben Formate wie bei jedem anderen KVM-System. Wir arbeiten an einem Klon der Datenträger und rekonstruieren die Abbilder unabhängig davon, ob die Verwaltungsschicht noch läuft.
Was den Schaden vergrößert
- Reparaturwerkzeuge auf dem Original laufen lassen. Die automatische Korrektur kann die falsche Reparatur wählen.
- Ein Abbild prüfen oder reparieren, während die Maschine läuft. Gleichzeitige Änderungen führen zu widersprüchlichen Ergebnissen.
- Vermeintlich alte Abbilddateien löschen. Sie können Glieder einer Backing-Kette sein.
- Eine Maschine mit gleichem Namen neu anlegen. Die neuen Dateien belegen genau den freigegebenen Platz.
- Auf der Ebene darunter ein RAID neu aufbauen oder eine Dateisystemprüfung mit automatischer Korrektur starten.
Sichern Sie stattdessen zuerst eine Sektorkopie der beteiligten Datenträger. Erst daran wird gearbeitet, das Original bleibt unverändert.
Sofortmaßnahmen
- Betroffene Maschinen anhalten, den Host nicht neu starten
- Sicherungs- und Replikationsaufträge abschalten
- Den Wortlaut der Meldung und den Zeitpunkt festhalten
- Bei Verdacht auf Löschung das Dateisystem aushängen
- Keine Reparaturfunktion ausführen, die auf das Original schreibt
Danach melden Sie sich bei uns. Die telefonische Erstberatung ist kostenlos, den weiteren Ablauf haben wir gesondert beschrieben. Steht der Betrieb still, läuft der Auftrag über den 24h-Express-Service.
Fragen und Antworten
Das ist eine Sicherheitsvorkehrung von libvirt: In der Kette fehlt die ausdrückliche Formatangabe. Die Daten sind davon zunächst nicht betroffen. Führen Sie an dieser Stelle keine automatische Reparatur des Abbilds aus, sondern sichern Sie alle Dateien der Kette unverändert.
Hängen Sie das Dateisystem so schnell wie möglich aus und schreiben Sie nichts mehr darauf. Die Blöcke bleiben lesbar, bis sie neu belegt werden. Je eher der Zustand eingefroren wird, desto vollständiger ist das Ergebnis.
Ja. Dann rekonstruieren wir die Metadaten des Volume Managers und lesen die Volumes blockweise aus. Wichtig ist, dass wir alle beteiligten Datenträger bekommen, auch die scheinbar heilen.
Ja. Für die Wiederherstellung ist unerheblich, ob die Verwaltungsschicht noch unterstützt wird. Unter der Oberfläche liegen dieselben Formate wie bei jedem KVM-System, und gearbeitet wird ohnehin am Klon der Datenträger.
Wir brauchen die Datenträger, auf denen die Abbilder liegen, bei einem Verbund alle. Dazu die Angabe, wie abgelegt wurde (Datei, logisches Volume oder Netzwerkspeicher), die letzte Meldung im Wortlaut und was seit dem Ausfall unternommen wurde.
Ihre virtuellen Maschinen starten nicht mehr? Schildern Sie uns kurz die Ablage und die letzte Meldung. Verwandte Seiten: Proxmox VE, Linux-Datenrettung und Server-Datenrettung.


