Ein Datenverlust zeigt sich fast immer zuerst am Betriebssystem: Der Rechner startet nicht mehr, ein Laufwerk wird als nicht formatiert gemeldet, Ordner sind leer oder Dateien lassen sich nicht öffnen. Die eigentliche Ursache liegt eine Ebene tiefer, im Dateisystem oder im Datenträger selbst. Deshalb arbeiten wir nie im laufenden System, sondern an einem Klon.
Windows
Windows nutzt seit Jahren NTFS, auf Speicherkarten und USB-Sticks meist FAT32 oder exFAT, in Speicherpools auch ReFS. Typische Fälle sind eine beschädigte Master File Table, eine überschriebene Partitionstabelle nach einer Neuinstallation und Laufwerke, die plötzlich zur Formatierung auffordern.
- Datenträger wird als RAW angezeigt oder verlangt eine Formatierung
- Gelöschte oder überschriebene Partitionen nach einer Neuinstallation
- Beschädigte MFT-Einträge, Dateien ohne Namen oder mit falscher Größe
- Speicherpools und Storage Spaces mit ausgefallenen Laufwerken
Bei gelöschten Partitionen führt der Weg über die Wiederherstellung von Partitionen, bei strukturellen Schäden über die Reparatur des Dateisystems.
macOS
Seit High Sierra arbeitet macOS mit APFS, ältere Systeme und externe Laufwerke oft noch mit HFS+. APFS legt Momentaufnahmen an und verteilt Metadaten über Container hinweg, was die Rekonstruktion aufwendiger macht, aber häufig auch mehr Rettungswege eröffnet.
Wichtig zu wissen: Auf Macs mit T2-Chip und auf Apple-Silicon-Modellen ist der interne Speicher fest verbaut und die Verschlüsselung an den Prozessor gebunden. Startet das Gerät nicht mehr, entscheidet der Zustand der Hauptplatine über die Möglichkeiten. Einzelheiten dazu auf unseren Seiten zur Apple-Datenrettung und zum MacBook.
Linux und Unix
Linux begegnet uns auf Arbeitsplätzen, vor allem aber auf Servern und in NAS-Systemen. Verbreitet sind EXT4, XFS, BTRFS und ZFS, häufig kombiniert mit LVM oder einem Software-RAID. Fällt ein Laufwerk aus, ist meist nicht nur das Dateisystem betroffen, sondern auch die darunterliegende Volume-Verwaltung.
Details und typische Fehlerbilder finden Sie auf der Seite zur Linux-Datenrettung. Steckt das System in einem Netzwerkspeicher, führt der Weg über die NAS-Datenrettung.
Welches Dateisystem gehört zu welchem System?
| System | Dateisysteme | Wo es uns begegnet |
|---|---|---|
| Windows | NTFS, ReFS, FAT32, exFAT | Arbeitsplatz, Server, externe Laufwerke |
| macOS | APFS, HFS+ | iMac, MacBook, Time Machine |
| Linux | EXT3, EXT4, XFS, BTRFS, ZFS | Server, NAS, Virtualisierung |
| NAS-Firmware | EXT4, XFS, BTRFS, teils verschlüsselt | QNAP, Synology, Buffalo, Netgear |
| VMware und Hyper-V | VMFS, NTFS und ReFS in VHDX | virtuelle Maschinen |
| Kameras und Recorder | FAT32, exFAT | Speicherkarten, Actioncams |
Die Zuordnung ist mehr als eine Formalie: Sie bestimmt, wie ein Datenträger gelesen wird, welche Metadaten überhaupt noch vorhanden sind und wie gute Chancen auf Originaldateinamen bestehen.
Serversysteme und virtuelle Maschinen
Auf Servern liegt das Dateisystem oft in mehreren Schichten übereinander: ein RAID-Verbund, darauf ein Volume Manager, darin ein Dateisystem und darin wiederum virtuelle Festplatten mit eigenem Dateisystem. Jede Schicht muss einzeln rekonstruiert werden. Wie das abläuft, zeigen die Seiten zur Server-Datenrettung und zur Datenrettung virtueller Maschinen.
Was Sie bei einem Systemausfall tun sollten
- Den Rechner ausschalten und nicht erneut starten
- Keine Datenträgerprüfung und keine Reparaturfunktion des Systems ausführen
- Keine Neuinstallation über das betroffene Laufwerk legen
- Bei ungewöhnlichen Geräuschen das Laufwerk sofort vom Strom nehmen
- Keine Wiederherstellungssoftware auf das Original schreiben lassen
Automatische Reparaturfunktionen sind der häufigste Grund dafür, dass aus einem gut rettbaren Fall ein schwieriger wird: Sie schreiben auf genau die Bereiche, die für die Rekonstruktion gebraucht werden.
- Eigenes Reinraumlabor & Ersatzteillager
- 95% Datenrettungsgarantie
- Qualitätssicherung nach ISO 9001:2015
- Diskretion & Datenschutz nach DSGVO
- Persönlicher Ansprechpartner
Fragen und Antworten zur Datenrettung nach Betriebssystem
Nein. Wir ermitteln das im Labor anhand der Strukturen auf dem Datenträger. Hilfreich ist lediglich die Angabe, an welchem System das Laufwerk zuletzt betrieben wurde und ob es dort eingerichtet oder nur angeschlossen war.
In den meisten Fällen nicht. Ein nicht startendes System bedeutet zunächst nur, dass Startdateien oder Metadaten beschädigt sind. Die Nutzdaten liegen davon unberührt auf dem Datenträger. Entscheidend ist, dass danach keine Reparaturfunktion darüber läuft.
Windows erkennt EXT-, XFS- und BTRFS-Volumes nicht und meldet das Laufwerk deshalb häufig als nicht formatiert. Bestätigen Sie in dieser Situation auf keinen Fall die angebotene Formatierung. Die Daten sind vorhanden, nur das Dateisystem ist dem System fremd.
Solange die Metadaten des Dateisystems rekonstruierbar sind, liefern wir die Daten in der ursprünglichen Struktur zurück. Sind diese Bereiche zerstört, bleibt die Wiederherstellung anhand von Dateisignaturen, dann ohne Originalnamen. Was möglich ist, sagen wir Ihnen nach der Analyse.
Nein. Wir erstellen zuerst einen Klon und arbeiten ausschließlich daran. Das Original bleibt unverändert, damit ein zweiter Versuch mit anderer Methode jederzeit möglich bleibt.
Ihr System kommt nicht mehr an die Daten? Schildern Sie uns kurz, welches Betriebssystem im Einsatz war und was zuletzt passiert ist. Wir sagen Ihnen, was jetzt sinnvoll ist, holen den Datenträger kostenlos ab und nennen nach der Analyse einen Festpreis.



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