Daten wiederherstellen nach Löschen von Dateien und Ordnern
In der Hektik des Alltags geht es manchmal ganz schnell, dass eine Datei oder Partition gelöscht wird, ohne dass man dies beabsichtigt hatte.
Doch wird das Löschen von Dateien zu spät bemerkt, so dass diese auch nicht mehr aus noch geöffneten Dokumenten oder aus Inhalten der Zwischenablage wiederhergestellt werden können.
Oft sind auch gerade diese Dateien und Ordner, die versehentlich entfernt wurden nicht im täglichen Backup-Plan enthalten und somit vermeintlich unwiderruflich verloren. Die oftmals einzige Chance: Data Recovery gelöschter Dateien.

In vielen Fällen ist eine Wiederherstellung von gelöschten Dateien möglich, da der jeweilige Speicherbereich, auf dem sich die jeweiligen Daten befinden/ befunden haben, je nach Betriebs- und Dateisystem nur für das Speichern von neuen Dateien und Ordnern freigegeben wird. Die ursprünglichen Inhalte der Dateien und Ordner befinden sich noch immer auf der Fesplatte oder anderen Speichermedien. Von Vorteil ist, wenn das versehentliche Löschen von Dateien schnell bemerkt wird, bevor andere Dateien auf einen Teil des Speicherbereiches geschrieben werden. Je öfter ein Speicherbereich überschrieben wird, umso niedriger ist die Wahrscheinlichkeit der Wiederherstellung von Dateien und Ordnern. Im Zuge neuer Speichertechnologien und Kapazitäten schwinden die Chancen die Daten einwandfrei wiederherstellen zu können. Der Grund hierfür sind autarke Mechanismen die entgegen der früheren Speicherfreigabe ein aktives Löschen der betroffenen Sektoren veranlassen.
Übersicht für Datenwiederherstellungssoftware
Die bekanntesten Recovery Tools
- Recuva (Windows)
- Winfr (Windows eigenes Tool)
- Minitool (Win/Mac)
- PC Inspector File Recovery (Win)
- R-Studio (Win/Mac)
- Wondershare Recoverit (Win/Mac)
- EaseUS (Win/Mac)
- Lubuntu (Linux Distribution)
- Disk Drill (Mac)
- TestDisk / PhotoRec (Win/Linux/Mac)
Gelöschte Dateien mit Recovery-Programmen wiederherstellen
Wahl des geeigneten Tools
Unter Windows, Mac OS und Linux gibt es vielfältige Möglichkeiten, gelöschte Dateien des Computers zu rekonstruieren. Hierbei besteht die Möglichkeit zu wählen von verschiedenen Dateitypen über die jeweiligen Befehle mit der Maustaste Dateien wiederherzustellen. Es gibt meist eine Schnellsuche und einen Tiefensuche, die dann außerhalb des Dateisystems nach Rohdaten am Speicherort sucht.
Als Unternehmen für professionelle Datenrettung möchten wir auf das Risiko hinweisen, welches bei falschem Einsatz von Recovery-Tools entstehen kann. Sollten wichtige Dateien wiederhergestellt werden, suchen Sie sich professionelle Unterstützung.

Was ist zu beachten, um gelöschte Dateien zu retten
- sämtliche Schreibzugriffe auf Datenträger verhindern
- bei wichtigen Daten keine Tools oder Freeware Recovery Software austesten, auch hier besteht die Gefahr des Überschreibens und der endültigen Datenvernichtung
- Immer an Kopien des Speichermediums arbeiten (niemals an den Originalen Datenträgern)
- bei Sektorenfehlern der HDD kein Risiko eingehen für Folgeschäden (durch weitere Rettungsversuche wird der Zustand der Magnetoberfläche immer kritischer)
- keine Backup-Daten auf ursprünglich gelöschte Speicherbereiche wiederherstellen (Gefahr des Überschreibens!)
- Keine voreiligen Schritte, besser einen Spezialisten kontaktieren > Analyse der gelöschten Daten anfordern
- Übersicht aus alten Datensicherungen bzw. Screenshots von Dateinamen / Ordnernamen erstellen (als Basis für eine Definition der Daten zur Datenwiederherstellung)
Fragen und Antworten
Ist eine Wiederherstellung von gelöschten Dateien möglich, wenn der Windows Papierkorb geleert wurde?
Gelöschte Dateien können in vielen Fällen auch nach dem Leeren des virtuellen Papierkorbes noch wiederhergestellt werden. Hier kommt es jedoch auf folgende Kriterien an:
- Welches Dateisystem liegt vor (NTFS, FAT32, HFS+, EXT4, XFS, BFS, usw.)
- Wurden neue Dateien bereits erzeugt und vom System gespeichert?
- Welches Medium liegt vor

Besteht die Möglichkeit einer Wiederherstellung von professionell gelöschten Dateien?
Wenn Dateien oder Ordner mit einer speziellen Löschsoftware oder Systemfunktion gezielt überschrieben wurden, ist oftmals keine vollständige Wiederherstellung von Daten mehr möglich. Durch das sektorenweise Überschreiben von z.B. "00000" wird sichergestellt, dass keine restlichen Daten im Dateisystem verbleiben. Man kann in einzelnen Fällen jedoch (abhängig von Datenträger und Dateisystem) einzelne Inhalte rekonstruieren, sofern irgendwelche erforderlichen Fragmente auf dem Datenträger existieren. Bei größeren Daten (z.B. Datenbanken, virtuelle Speicher, Multimedia Daten: Audio- und Videodateien) ist eine Wiederherstellung nahezu ausgeschlossen.
Beim Synchronisieren in die Cloud wurden meine Dateien auf beiden Seiten gelöscht. Ist eine Wiederherstellung noch möglich?
Die Frage ist nicht spontan zu beantworten. Ein Abbruch einer Übermittlung von Daten ist normalerweise durch eine entsprechende Fehlerbehandlung abgesichert. Dennoch kommt es vor, dass Dateien plötzlich weder auf dem lokalen Speicher (z.B. Smartphone) noch auf dem Cloudspeicher vorhanden sind.
Bitte gehen Sie wie folgt vor:
- keine weiteren Experimente unternehmen
- das zu synchronisierende Gerät ausschalten (Smartphone, Tablet, PC)
- zur Analyse übergeben Sie uns möglichst alle involvierten Datenträger (z.B. wenn ein Smartphone über einen PC in die Cloud synchronisiert wurde, dann benötigen wir die Datenspeicher aus dem PC und das Smartphone zur Sicherheit)
Die Chance zur Wiederherstellung ist um einiges höher, wenn wir alle betroffenen Speichermedien und Speichergeräte zur Verfügung haben.
Ich habe Dateien gelöscht, finde sie aber nicht im Papierkorb. Können diese Daten trotzdem in Windows-Ordnern wiederhergestellt werden?

In einigen Fällen besteht die Möglichkeit über eine Windows-interne Funktion eine Vorgängerversion eines Ordners wiederherzustellen. Diese automatisierte Form der Datensicherung muss jedoch im Betriebssystem vorher konfiguriert worden sein. Ob das der Fall ist, prüfen Sie mit der rechten Maustaste auf dem Ordnernamen, in dem sich die gelöschten Dateien befinden.
- Falls die Wiederherstellung mittels der Vorgängerversion möglich ist, sehen Sie unter dem Punkt "Vorgängerversionen" die entsprechenden Einträge mit Zeitstempel.
- Navigieren Sie zu einem dieser Einträge und klicken Sie "Öffnen".
- Danach sehen Sie den originalen Zustand des Ordners (vor dem Löschen der Dateien) in einem neuen Explorer-Fenster
- Kopieren Sie die betroffene Datei aus diesem Fenster an einen beliebigen Ort
Kann ich auf einem Mac gelöschte Dateien auch nach dem Leeren des Papierkorbs wiederherstellen?
Sofern die Speicherbereiche auf der Mac Festplatte oder SSD noch nicht überschrieben wurden, ist ein Wiederherstellen der gelöschten Daten mit einem geeigneten Recovery-Tool oder durch eine individuelle Datenrettung eines Spezialisten oft möglich.
Kann ich gelöschte Dateien aus dem Papierkorb auf einem Mac wiederherstellen?
Ja, das ist sofort möglich. Es gibt verschiedene Wege zum Wiederherstellen von Dateien im Mac Papierkorb.
- Dateien mi tMac Terminial wiederherstellen (cd Trash > mv "dateiname/" > quit > im Finder nach der Datei suchen > an sicherem Ort speichern.
- Klick auf Papierkorb Symbol im Dock > Dateien auswählen und in den ursprünglichen Ordner oder auf den Desktop ziehen.
Wie lassen sich gelöschte Dateien von einer externen Festplatte wiederherstellen?
Zunächst sollte von der betroffenen Platte eine 1:1 Kopie (Clone) angefertigt werden. Dies kann z.B: mit Linux Boardmitteln wie DD erfolgen. Jeder Schreibzugriff auf das originale Medium muss vermieden werden.
Anschließend können Dateien von der externen Festplatte mittels Recovery-Tools wie Recuva, Cleverfiles, RecoveryIT, R-Studio und anderer teils kostenfreier Datenrettungssoftware wiederhergestellt werden.
Bei wichtigen Dateien und speziellen Dateiformaten (z.B: Datenbankdateien, CAD-Dateien) empfehlen wir den Service zur Datenwiederherstellung von RecoveryLab zu nutzen.
Kann ich vom USB-Stick gelöschte Dateien wiederherstellen?
Ja, in den meisten Fällen ist es möglich, von einem intakten USB-Speicherstick Dateien wiederherzustellen. Auch hier gilt es Schreibzugriffe auf dem Stick zu unterbinden und eine bitweise Kopie des Flashmemory Mediums herzustellen. Danach ist ein Rekonstruieren mit Recovery-Software oder durch einen Datenretter möglich.
Wo befinden sich die gelöschten Dateien wenn sie nicht im Papierkorb sind?
Nach dem Löschen einer Datei wird der Speicherbereich auf der HDD, SSD oder dem Smartphone durch das Betriebssystem wieder freigegeben. Bei erneuten Speichervorgängen werden diese Bereiche dann mit neuen Dateien belegt.
Sofern Dateien über den Windows Explorer gelöscht werden, werden sie in den Papierkorb verschoben. Dieser Zwischenordner beinhaltet sämtliche gelöschte Dateien bis zum Leeren des Papierkorbes. Wird dieser geleert, erfolgt gleichzeitig die Freigabe des Speicherbereiches.
Gelöschte Daten von diversen Geräten und Systemen wiederherstellen
Gelöschte Daten nach Firmwareupdate

Bei systemseitigen Löschvorgängen gibt es je nach Gerät unterschiedliche Möglichkeiten und Lösungsansätze, mit denen es uns bereits oft gelungen ist, Kontakte, Bilder, Videos und andere Daten vom Smartphone wiederherzustellen.
Gelöschte Dateien in MS Windows
Microsoft Windows bietet wie viele Betriebssysteme eine Papierkorbfunktion, bei der Dateien und Ordner zunächst in diesen verschoben werden. Erst nach endgültigem Leeren des Papierkorbs werden die jeweiligen Dateien zum Überschreiben freigegeben. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, die Papierkorbfunktion zu deaktiveren oder mittels Tastaturkombination zu umgehen. Je nach eingesetztem Speichermedium bestehen unterschiedliche Lösungsansätze und Möglichkeiten zur Rettung. In vielen Fällen können professionelle Datenretter helfen.
Sofern Sie bemerkt haben, dass Dateien versehentlich entfernt wurden, empfehlen wir sofort die Arbeit zu unterbrechen und ein professionelles Datenrettungsunternehmen zu benachrichtigen. Oft kann der Schaden durch schnelles Handeln begrenzt werden.
Bei klassischen Hard Disks ist eine Wiederherstellung von Dateien oft mit überschaubarem Aufwand möglich. Beim Einsatz von SSHD bzw. SSD (Solid State Drive) sind die Optionen einer Datenrekonstruktion gelöschter Dateien abhängig vom jeweiligen Speichertyp, aber in vielen Fällen möglich. Der Aufwand ist meist höher als bei einer Festplatte und kann im Rahmen einer Diagnose ermittelt werden.

Windows Betriebssysteme (Windows XP, Windows 7, Windows 8, Windows 10, Windows 11) nutzen häufig das NTFS Dateisystem als Grundlage für den Datenspeicher. Innerhalb eines NTFS Dateisystems bestehen häufig gute Möglichkeiten, Daten und Informationen (im Fall einer IT-Forensischen Untersuchung) wiederherzustellen.
Gelöschte Dateien unter MacOS / Linux
Auch unter MAC OS X und bei div. Linux Distributionen gibt es eine Papierkorbfunktion, die ähnlich der innerhalb von Microsoft Windows funktioniert. Solange der Papierkorb nicht geleert wird, ist ein Retten der Ordner und Dateien vor dem endgültigen Verlust durch den Anwender selbst möglich. Je nach Art des eingesetzten Speichers bestehen auch hier unterschiedlich gute Recovery-Chancen. Sofern eine Festplatte zugrunde liegt, bestehen bei einer zeitnahen Reaktion und Bearbeitung durch einen Datenretter häufig gute Chancen vollständig an die Daten wiederzugelangen.
Die eingesetzten Dateisysteme (HFS/ HFS+ bei Apple und EXT2, EXT3, EXT4 bzw. XFS, ZFS unter Linux) bieten vollkommen unterschiedliche Ansätze zur Datenwiederherstellung nach dem Löschen von Dateien und Ordnern. Aufklärung ist hier im Zuge einer Diagnose möglich.
Gelöschte Bilder & Videos von Speicherkarten
Speicher-Karten wie SD-Card, microSD Card, Sony MemoryStick, XD Picture-Card setzen Flashspeicher als Grundlage ein. Einzig die Compact FlashCard nutzt in einigen wenigen Fällen (Micro Drive) kleine Festplatten als Speicher. Flashspeichermedien sind je nach Speicherarchtitektur durch den enthaltenen Controller selbsverwaltet und verfügen über eine interne Speicherorganisation die auch das Löschen und Überschreiben von Daten einschließt. Im Zuge einer Speicheranalyse kann die Wahrscheinlichkeit einer Datenwiederherstellung ermittelt werden.
» Weitere Informationen zur Rettung von Speicherkarten
Gelöschte Dateien von SSDs wiederherstellen
Ähnlich wie bei Speicher-Karten befinden sich innerhalb von Solid State Drives NAND Speicherbausteine, die durch einen Controller verwaltet werden. In einigen Fällen ist es möglich, Daten erfolgreich zu rekonstruieren. Entscheidend ist der Aufbau des Datenträgers und die ggf. vorhandenen Folgeschäden.
SSD lassen sich nur unter bestimmten Voraussetzungen wiederherstellen: » Weitere Informationen zu SSD-Datenrettung
Gelöschte Dateien von externen / internen Festplatten wiederherstellen
Plattformübergreifend über alle Betriebssysteme sind vor allem gelöschte Dateien auf externen Festplatten ein häufiges Thema. Aber auch interne HDDs sind oft betroffen. Gelöschte Dateien lassen sich sehr oft von Festplatten wiederherstellen. Neben dem Festplattenmodell und der verwendeten Technologie innerhalb der HDD ist es vor allem relevant, dass keine destruktiven Schreibvorgänge nach dem Löschen (also kein Überschreiben) erfolgt sind.
Sicherungen prüfen, bevor ein Recovery-Programm startet
Bevor ein Programm über den Datenträger läuft, lohnt der Blick in vorhandene Backups. Eine gelöschte Datei kann noch in einer Sicherung liegen, an die zunächst niemand denkt. Das Prüfen vorhandener Backups, Snapshots oder Versionen ist grundsätzlich risikoarm. Windows bietet dafür mehrere unterschiedliche Sicherungsfunktionen. Der Dateiversionsverlauf und „Sichern und Wiederherstellen (Windows 7)“ sind klassische Funktionen der Systemsteuerung; die App „Windows-Sicherung“ arbeitet dagegen mit Microsoft-Konto bzw. OneDrive.
| Sicherung | Was darin liegen kann | Voraussetzung | Zu beachten |
|---|---|---|---|
| Dateiversionsverlauf | einzelne Dateien und ganze Ordner in älteren Ständen | Der Dateiversionsverlauf muss zuvor eingerichtet gewesen sein. | Erfasst nur die Ordner, die in der Konfiguration standen. Das Sicherungslaufwerk muss zum Zeitpunkt jeder Änderung nicht zwingend angeschlossen gewesen sein, weil Windows Daten vorübergehend lokal zwischenspeichern kann. |
| Sichern und Wiederherstellen (Windows 7) | komplette Laufwerke und Bibliotheken zum Stand der letzten Sicherung | Ein Sicherungsauftrag ist vorher tatsächlich gelaufen. | Alles, was nach der letzten Sicherung entstanden ist, fehlt. |
| OneDrive oder ein anderes Sync-Konto | synchronisierte Dokumente, dazu ältere Fassungen über den Versionsverlauf | Der Ordner wurde tatsächlich synchronisiert. | Der Papierkorb im Konto wird nach einer Frist des Anbieters geleert. |
| iCloud | Fotos und Dateien, die noch im Bereich für zuletzt gelöschte Objekte liegen | Die Inhalte lagen vorher in iCloud. | Nach Ablauf der Wiederherstellungsfrist werden die betreffenden Objekte endgültig gelöscht und können über iCloud nicht mehr wiederhergestellt werden. |
| Time Machine (Mac) | Ordnerstände früherer Zeitpunkte vom Backup-Volume | Time Machine war vor der Löschung eingerichtet. | Zusätzlich zu externen Time-Machine-Backups können auf APFS lokale Snapshots vorhanden sein. Deshalb lohnt sich eine Prüfung auch dann, wenn das externe Backup-Laufwerk aktuell nicht angeschlossen ist. |
| NAS- oder Server-Snapshot | Freigaben zu einem früheren Stand, dazu der Netzwerkpapierkorb | Die Snapshot-Funktion war auf dem Gerät aktiv. | Snapshots werden nach den Regeln des Geräts wieder verworfen. Bei einem defekten Verbund führt der Weg über die RAID-Datenrettung. |
| Zweitgerät oder alte Kopie | einzelne Dokumente und Bilder in einer älteren Fassung | Eine Kopie ist irgendwann auf das Gerät gelangt. | Stand und Vollständigkeit müssen vor dem Weiterarbeiten geprüft werden. |
Findet sich eine Sicherung, spielen Sie den Stand nicht an den ursprünglichen Ort zurück. Bei der Wiederherstellung sollte möglichst ein anderes Ziel gewählt werden, damit keine noch benötigten Daten auf dem betroffenen Datenträger überschrieben werden.
Wann gelöschte Dateien noch vorhanden sind
Ein Löschbefehl entfernt in aller Regel nur den Verweis auf die Datei. Bei NTFS wird der Eintrag in der Master File Table als frei markiert. Die Cluster mit dem Inhalt bleiben zunächst unangetastet. Ein späterer Schreibvorgang kann die freigegebenen Cluster ganz oder teilweise neu belegen.
Bei einer SSD kommt zusätzlich der Controller ins Spiel. Das Betriebssystem kann ihm melden, welche Blöcke freigegeben sind. Bei SATA-SSDs heißt die Funktion TRIM; bei NVMe-SSDs wird der Speicher über Deallocate/Dataset Management freigegeben. Häufig wird „TRIM“ vereinfachend als Oberbegriff verwendet.
Bei HDDs beeinflusst vor allem, wie viel seit der Löschung geschrieben wurde, die Erfolgschance. Bei SSDs kommt TRIM/Deallocate hinzu und kann gelöschte Bereiche auch ohne spätere Benutzer-Schreibzugriffe unzugänglich machen. Auf dem Systemlaufwerk schreibt Windows zudem laufend weiter, auch ohne Ihr Zutun: Protokolle, Updates, temporäre Dateien. Schalten Sie das betroffene Gerät deshalb zügig aus.
Durch einen Lesezugriff lässt sich feststellen, was das Laufwerk für die betreffenden logischen Adressen noch zurückliefert. Bei SSDs kann TRIM/Deallocate dazu führen, dass die ursprünglichen Daten über die normale Schnittstelle nicht mehr verfügbar sind.
Anders liegt der Fall bei einer gelöschten Partition. Wurde nur der Partitionseintrag entfernt, können Dateisystem und Nutzdaten noch weitgehend vorhanden sein. Ob das tatsächlich so ist, hängt davon ab, ob anschließend weitere Schreiboperationen erfolgt sind oder ein zusätzlicher Schaden vorliegt.
Trefferliste und Vorschau richtig deuten
- Die Trefferzahl ist kein Maß für den Erfolg.
- Eine Vorschau kann je nach Dateityp und Recovery-Programm den vollständigen Inhalt oder nur einen Teil davon zeigen.
- Dieselbe Datei kann mehrfach auftauchen. In freigegebenen Bereichen können auch ältere Fassungen liegen.
- Wie RAW-Treffer abgelegt werden, hängt vom jeweiligen Programm ab. Manche Programme verwenden fortlaufend nummerierte Ordner, andere sortieren nach Dateityp oder zeigen die Funde zunächst nur in einer Trefferliste.
- Öffnen Sie einige wiederhergestellte Dateien in der Anwendung, mit der sie erstellt wurden.
- Fehlt danach eine wichtige Datei oder ist sie unvollständig, darf der Datenträger nicht weiter beschrieben werden.
Wann die Wiederherstellung ins Labor gehört
Vor jedem weiteren Versuch steht die Frage nach dem Schadensbild. Ist nur der Verweis verschwunden, arbeitet der Datenträger normal: Er meldet sich, lässt sich lesen und bleibt gleich schnell. Kommen ungewohnte Geräusche, Aussetzer oder plötzlich sehr langsame Zugriffe dazu, spricht das für einen körperlichen Schaden.
Bei einem physischen Schaden sind handelsübliche Recovery-Programme am Originaldatenträger nicht das geeignete Mittel. Professionelle Datenrettung arbeitet unter anderem mit kontrolliertem, fehlertolerantem Imaging und Spezialhardware. Für Privatnutzer wie für Unternehmen endet der eigene Versuch an dieser Stelle.
- Die gelöschten Daten sind ohne Ersatz: Buchhaltung, Projektdateien, Praxis- und Kanzleiunterlagen, Fotos ohne zweite Kopie.
- Es existiert keine Sicherung, aus der sich der Stand auch nur teilweise zurückholen ließe.
- Betroffen sind ein RAID-Verbund, ein NAS oder ein Server. Bei RAID-Systemen hängt das Risiko vom RAID-Level und von der ausgeführten Aktion ab. Ein regulärer Rebuild schreibt typischerweise auf ein Ziel- bzw. Ersatzlaufwerk. Falsche Initialisierung, Neuanlage oder ein Rebuild mit falscher Quelle kann jedoch vorhandene Datenstrukturen zerstören.
- Ein Recovery-Programm hat bereits Ergebnisse auf den Quelldatenträger geschrieben, oder eine Reparaturfunktion des Dateisystems ist gelaufen.
- Besonders problematisch sind große Einzeldateien, die aus mehreren Fragmenten bestehen können. Fehlen wichtige Fragmente oder Containerstrukturen, kann die Datei teilweise oder vollständig unbrauchbar werden.
Professionelles Wiederherstellen von verlorenen Ordnern und Dateien

In vielen Fällen stehen Datenverluste nicht unmittelbar mit mechanischen oder elektronischen Schäden in Verbindung. Externe USB-Festplatten reagieren beispielsweise empfindlich auf das nicht angekündigte Entfernen vom USB-Steckplatz, so dass ggf. noch erforderliche Schreibvorgänge nicht erfolgreich zu Ende geführt werden können.
Folglich kann es dazu kommen, dass das Laufwerk/ die Partition der entsprechenden Festplatte (meist unter Windows) nicht mehr erkannt wird und man zur Initialisierung oder Formatierung des Datenträgers aufgefordert wird. Die Windows Fehlermeldung "Sie müssen den Datenträger in Laufwerk .. formatieren, bevor Sie ihn verwenden können" ist allerdings auch auf Controllerfehler (meist bei USB-Speichersticks) rückführbar.
In diesen Fällen handelt es sich nicht um ein "logisches Problem". Wird im Rahmen einer Datenrettungsanalyse festgestellt, dass kein mechanischer/ elektronischer Defekt vorliegt, so kann die Wiederherstellung der Daten ohne ein Öffnen der Festplatte im Reinraumlabor durchgeführt werden.
Der Aufwand einer logischen Datenwiederherstellung ist von der Art der Beschädigung abhängig. Eine Wiederherstellung der Datenträgerzuordnungstabelle kann meist in kurzer Zeit und preiswert realisiert werden. Wie bei allen Datenwiederherstellungen gilt: Unternehmen Sie möglichst keine Selbstversuche mittels kostenloser Datenrettungssoftware, wenn Ihre Daten wichtig sind.
Je öfter durch Drittprogramme oder andere Dienstleister an originalen Datenträgern mit logischen Fehlern "herumexperimentiert" wird, umso höher gestaltet sich der finale Aufwand zur einwandfreien Wiederherstellung aller erforderlichen Daten. Der Aufwand = die Kosten sind immer dann am niedrigsten, wenn direkt nach dem Datenverlust ohne unnötige Veränderungen am Datenträger ein Datenrettungsunternehmen zur professionellen Wiederherstellung kontaktiert wird.
Häufige Fragen zur Wiederherstellung
Ursprünglicher Dateiname und Ordnerpfad stammen normalerweise aus dem Dateisystem. Ist der zugehörige Eintrag überschrieben, bleibt nur die Suche über Dateisignaturen. Sie erkennt Anfang und Aufbau einer Datei, kennt aber ihren Namen nicht. Zeitangaben und weitere Metadaten können je nach Dateiformat zusätzlich in der Datei selbst gespeichert sein. Welche Datei welche ist, zeigt deshalb oft erst das Öffnen.
Große Dateien liegen nicht zwingend am Stück auf dem Datenträger. War beim Schreiben wenig zusammenhängender Speicherplatz frei, verteilt das Dateisystem sie auf mehrere Bereiche und vermerkt deren Reihenfolge. Einfache Signatur- bzw. RAW-Verfahren können bei fragmentierten Dateien falsche Datenbereiche zuordnen. Formatkundige Recovery-Werkzeuge prüfen teilweise zusätzlich interne Dateistrukturen, können Fragmentierung aber trotzdem nicht immer korrekt rekonstruieren. Je nach beschädigtem Bereich kann eine Datei teilweise lesbar sein, ab einer Stelle Fehler zeigen oder sich überhaupt nicht öffnen lassen.
Den Preis nennen wir erst, wenn die Analyse den Aufwand zeigt. Die Analyse selbst ist kostenpflichtig. Danach erhalten Sie ein Festpreisangebot und entscheiden selbst, ob die Rettung ausgeführt wird. Eine kostenlose telefonische Erstberatung klärt vorab, ob sich der Weg ins Labor lohnt. Die Abholung ist für Sie kostenfrei. Die Spannen nach Schadensbild finden Sie unter unseren Preisen.


