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Ratgeber: Dateien richtig löschen, RecoveryLab.de

Zunächst scheint es recht profan, das Löschen von digitalen Inhalten ist nur einen Mausklick oder einen Tastendruck entfernt. Doch nach dem vermeintlichen Löschen ist es mit Recovery-Tools oft möglich, die gelöschten Dateien wiederherzustellen. Das ist vor allem hilfreich, wenn z.B: Microsoft Office Dateien versehentlich gelöscht wurden und die Dateien plötzlich nicht mehr im Explorer angezeigt werden. Wenn es aber wichtig ist, dass Dokumente vom Speicherort endgültig entfernt werden sollen, so gibt es auch dafür Programme und Tools.

Warum ist die Nutzung spezieller Tools empfehlenswert?

Viele Laien denken, dass sich Dateien durch wenige Klicks unwiederbringlich löschen lassen. Auf Basis dieses Denkens verschieben Nutzer die gewünschten Dateien in den Papierkorb und glauben, dass jene nun für alle Zeiten verschwunden sind. Doch weit gefehlt. Auch nach der Papierkorbleerung stellen Profis gelöschte Dateien mühelos wieder her, was bereits mit einfachen Recovery-Tools gelingt.

Ähnliches gilt für die Festplattenformatierung. Oft erfolgt lediglich die Neuanlage der Systemstruktur, ohne die Dateien wirklich vom Datenträger zu entfernen. Verhindern lässt sich dieses scheinbare Löschen durch das Verwenden spezieller Tools. Diese mitunter sogar kostenlosen Programme überschreiben die gelöschten Files mehrmals, was die Wiederherstellung nahezu unmöglich macht.

Kostenlose und günstige Tools zum Löschen von Daten

Erfreulicherweise sind einige Programme zum Löschen von Dateien kostenlos oder zumindest für kleines Geld zu haben. Dies sind einige dieser Lösch-Tools übersichtlich auf einen Blick:

  • Eraser
  • Secure Eraser
  • CCleaner
  • Sicher löschen
  • OW Schredder
  • SDelete
  • Darik's Boot and Nuke (DBAN)
  • O&O SafeErase
  • Ashampoo WinOptimizer
  • Duplicate Cleaner
  • File Shredder

Im Vordergrund sollte aber nicht der Preis stehen, sondern die Leistung. Wichtig ist daher, dass Verbraucher auf ein sicheres Programm vertrauen. Kernaufgabe eines solchen ist das Überschreiben der Daten, denn nur dadurch werden sie wirklich dauerhaft und unumkehrbar gelöscht.

Löschen von Dateien von Festplatten (HDD) unter Windows

Wer eine Datei oder mehrere von seinem mit einem Windows-Betriebssystem laufenden PC bzw. der Festplatte löschen möchte, der benötigt zur Sicherheit eines der entsprechenden Tools dafür. In der Regel können jene kostenlos heruntergeladen werden. Auf welches die Wahl letztlich fällt, hängt neben den eigenen Vorlieben unter anderem von den zu löschenden Dateien beziehungsweise dem von externen Datenträgern verwendeten Dateisystem ab. Eraser beispielsweise ist nicht mit ExFAT kompatibel. File Shredder zum Beispiel ist ein bewährtes Lösch-Tool, das auch ExFAT abdeckt. Nach dem Download des Programms müssen Nutzer einfach die gewünschten Dateien markieren und rechtsklicken. „File Shredder“, „Secure delete files“ und die Bestätigung: Wenige Klicks genügen, um die Dateien richtig zu löschen.

Hinweis: Das normale Löschen über die Entfernen Taste verschiebt die zu löschende Datei in den Papierkorb. Bei gleichzeitigem Drücken der Shift Taste wird die Daten oder der Ordner nicht in den Papierkorb verschoben. Es erfolgt direkt die Freigabe innerhalb des Dateisystems, dass der soeben gelöschte Bereich für neue Daten genutzt werden kann. Sofern dieser freie Bereich noch nicht wieder beschrieben wurde, lassen sich die entfernten Dateien oft durch Recovery-Tools und Datenrettungsprogramme wiederherstellen.

Sicheres Löschen von SSDs

Um SSDs zu löschen, bedarf es nicht unbedingt eines externen Tools – die Option „Secure Erase“ macht's möglich. Jene ist nämlich häufig in den Programmen zum Verwalten der SSDs enthalten und so aufgebaut, dass Anwender einfach den Anweisungen folgen müssen. Allerdings kommt es erfahrungsgemäß recht oft zu einem Problem. Wenn „Disk Frozen“ angezeigt wird, ist es vorbei mit dem unkomplizierten Löschgang. Dies ist der SSD-eigene Schutz vor durch Schadsoftware verursachtem, unerwünschtem Löschen der Dateien.

Die Lösungen der Hersteller in einem solchen Fall sind unterschiedlich, beispielsweise simples Ab- und Anstöpseln. Falls dies alles nicht funktioniert oder doch zu aufwändig ist, können auch simples Überschreiben und Formatieren helfen. Denkbar ist dann aber, dass Profis manche Dateien doch noch wiederherstellen können. Jedoch müssen sich jene wirklich hervorragend auskennen und Zeit investieren, denn die Daten können sich überall befinden. Dies ist auch die Ursache dafür, dass das Überschreiben schwieriger sein kann.

Das alleinige Löschen (unter Windows: Shift + Entfernentaste) ist meist bei SSDs ausreichend, da der Speicherbereich durch den TRIM Befehl direkt neutralisiert wird. Aufgrund der Vielzahl an vorhandenen SSDs und einer trotz Löschens oftmals möglichen Datenrettung von SSDs sollten jedoch die o.g. Schritte befolgt werden.

iPhone & Android: Daten löschen auf dem Smartphone

Wer die Daten seines Smartphones löschen möchte – zum Beispiel weil er das Gerät verkaufen oder verschenken will –, der sollte es auf jeden Fall auf die Werkeinstellungen zurücksetzen. Doch dies genügt nicht. Denn bei einem Smartphone hat der Neubesitzer dieselbe Möglichkeit wie bei PCs, die scheinbar gelöschten Dateien wieder in Stand zu setzen: ein Recovery-Tool reicht dafür aus. Erfreulicherweise besteht dieses Problem in der Regel nur noch bei älteren Geräten. Denn neuere Modelle bekannter Hersteller wie Apple oder Samsung verfügen über entsprechende Lösungen, die sicherstellen, dass die gelöschten Dateien nicht wieder erneuert werden können. iPhones sind bereits mit einer automatischen Verschlüsselungstechnik für die Daten ausgestattet, so dass die Dateien im Nachhinein nicht wieder hergestellt werden können.

Bei Android-Geräten – dem Pendant zu Apples iOS-Smartphones – geschieht dies nicht automatisch. Hier müssen Besitzer in die Einstellungen gehen und die Verschlüsselung aktivieren. Ratsam ist dies vor allem bei alten Geräten. Im Play Store von Google warten zudem einige nützliche Apps auf Löschwillige. Jene sind kostenlos und unterstützen Besitzer dabei, das Smartphone zu reinigen und die Dateien zu entfernen. Secure Wipe, iShredder und Data Eraser sind Beispiele dieser Tools. Das Gute an diesen nützlichen Applikationen für Android ist, dass Anwender das Gerät nicht rooten müssen. Da der Rootingprozess das Smartphone beschädigen kann, ist der Nutzen dieses Verzichts groß. Außerdem bleibt die Herstellergarantie bestehen, die normalerweise durchs Rooten erlischt.

Physikalische Zerstörung als Alternative?

Aus welchem Grund auch immer: Manchmal möchten Besitzer die Festplatte nicht überschreiben. Nicht selten ist dies auch schlichtweg nicht möglich, weil irgendein Defekt vorliegt. In diesen Situationen entfällt die Nutzung von Eraser, Cleaner und anderen Tools, wodurch Betroffene nach einer anderen Lösung zum endgültigen Löschen von Dateien suchen müssen. Jene liegt letztlich nur in der physischen Beschädigung oder Zerstörung des Speichermediums, zu denen beispielsweise auch USB-Sticks und CDs gehören. Größtmöglicher Schaden ist dabei erwünscht, allerdings sollte mit Vorsicht vorgegangen werden. Sind Chips enthalten, gilt es jene zu demolieren.

Bei Unternehmensdaten empfiehlt sich der Gang zum Profi: RecoveryLab bietet ebenfalls die Möglichkeit, professionell Festplatten, SSDs und andere Speicher sicher und gegen Ausstellung eines verbindlichen Vernichtungsnachweises zu löschen.

Welche Auswirkung hat die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)?

Insbesondere Unternehmen sollten die seit 2018 geltende Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) beachten. Denn jene besagt, dass das Reinigen, Löschen und/oder Überschreiben der Daten nicht ausreicht. Die Folge können empfindliche Strafen sein, falls nicht DSGVO-konform gelöscht wird. Beim Papier als Datenträger kommt das Schreddern zum Einsatz, weshalb die physische Zerstörung tatsächlich eine gute Methode auch für Datenträger wie Festplatten darstellt. Dafür kann ein professioneller Medienvernichter verwendet werden oder ein anderes Schredder-System. Gerade Firmen, die personenbezogene Daten gespeichert haben, sind mit einer derartigen Zerstörung in puncto DSGVO auf der sicheren Seite. Privatpersonen – vor allem bei einer Datenlöschung für die eigenen Zwecke – können dahingehend entspannter sein.

Bei Rückfragen zum sicheren Löschen von Unternehmensdaten stehen wir gern zur Verfügung.

Daten sicher löschen: Häufig nachgefragt

Sind Dateien final gelöscht, wenn ich über das Kontextmenü mit der rechten Maustaste lösche?

Dateien, die im Windows Explorer über "rechte Maustaste" > "Löschen" gelöscht werden, befinden sich nach dem Löschvorgang im Windows Papierkorb. Sie werden also nicht direkt gelöscht sondern über die Papierkorb-Funktion verschoben. Ein Zugriff auf die Datei ist jederzeit über das Wiederherstellen aus der Liste der Dateien im Papierkorb möglich.

Ich bin beim Tippen versehentlich auf die Löschtaste gekommen, ist der Ordner tatsächlich gelöscht?

Das hängt von den Einstellungen im Betriebssystem ab. Normalerweise werden Ordner oder auch Dateien nach Drücken der Löschtaste nur in den Papierkorb geschoben.

Mein PC muss zur Reparatur zum Support gesendet werden, können dort meine gelöschten Dateien eingesehen werden?

Sofern die Daten nur in den Papierkorb verschoben wurden oder nach dem finalen Löschen kein Überschreiben der Sektoren erfolgt ist, könnten theoretisch Dateien die schon gelöscht wurden, wiederhergestellt und wiedereingesehen werden. Wenn die System Festplatte oder SSD z.B. durch Bitlocker verschlüsselt wurde, ist aber generell kein Zugriff auf die Festplatte ohne Ihre Zugangsdaten möglich.

Wenn Festplatten nicht verschlüsselt sind, sollten über einen anderen PC die betroffenen Ordner / Dateien mittels einer Löschsoftware gezielt überschrieben werden.

Wie kann ich Dateien richtig löschen über die Kommandozeile?

Das hängt vom Betriebssystem ab. Unter Linux / MacOS lassen sich mit Boardmitteln Datenbereiche einfach überschreiben. Aber auch unter Windows gibt es Tools, die über die Eingabeaufforderung bedient werden können.

Sollte ich meine eigenen Dateien beim Verkauf meines Laptops noch einmal separat löschen?

Es ist immer zu empfehlen, dass persönliche Daten und Dokumente sicher entweder vollständig durch das Löschen und Überschreiben der gesamten SSD / HDD entfernt werden oder gezielt die betroffenen Ordner und Sektoren durch eine Löschsoftware überschrieben werden.

Fotos: ©Momius, #119331130, stock.adobe.com

Autor: Stefan Berger
Stefan Berger ist seit Ende der 90er Jahre in der IT-Branche zugegen. Seine Spezialgebiete sind IT-Sicherheit, Datenrettung und IT-Forensik im Zusammenhang mit Datenwiederherstellung. Für RecoveryLab.de schreibt er als Experte Fachartikel und Serviceartikel, um Betroffenen von Datenverlust ein sinnvolles und umfangreiches Hilfsangebot zur Wiederherstellung von Daten zu ermöglichen.

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